Fazit

Eurode-Bürgermeister im Gespräch
Eurode-Bürgermeister im Gespräch

Nach unserer Überzeugung kann sich ein lebendiges und tragfähiges Europa nur aus den Anstrengungen der Grenzregionen heraus entwickeln, da man hier, in unmittelbarer Grenznähe, Europa spürt und tagtäglich lebt. Damit aber die zwischenzeitlich im gesamten Europa existierenden ca. 200 Euregionen dies bewerkstelligen können, wird es unumgänglich sein, diese Gebiete mit Sonderrechten auszustatten, die ‚grenzüberschreitendes Experimentieren’ ermöglichen und legalisieren. Anderenfalls werden viele Anstrengungen aus den Grenzregionen heraus bereits im Keim erstickt werden, sodass es für die Akteure vor Ort sehr schwierig sein wird, die eigene Bevölkerung auf dieser ‚Entwicklungsreise’ mitzunehmen.

Darüber hinaus müssen sich die Akteure in den Regionen darüber bewusst werden, dass grenzüberschreitende Zusammenarbeit nicht nur eine Frage der Höhe Europäischer Subventionen sein darf, sondern dass es im grenzüberschreitenden Alltag zahlreiche Betätigungsfelder gibt, wie beispielsweise die Beratung und Unterstützung der Bevölkerung in Grenzgängerfragen oder die Organisation grenzüberschreitender Sport- und Kulturveranstaltungen, die auch ohne den Einsatz großer finanzieller Mittel die Lebensbedingungen der Menschen im Grenzland wesentlich verbessern können.

Ein weiteres Problem kontinuierlicher Zusammenarbeit über Grenzen hinweg ist unseres Erachtens nach wie vor der Umstand, dass sie von den Visionen und Ambitionen (zu) weniger Akteure abhängig ist und deshalb die Gefahr besteht, dass durch den Fortgang einzelner Personen der stetige Prozess grenzüberschreitender Annäherung verlangsamt.

Bevor man also von einem flächendeckenden und gut funktionierenden ‚Europa der Regionen’ wird sprechen können, gibt es noch ungemein viele Probleme zu lösen. Also: Packen wir’s an! Denn wer, wenn nicht wir Grenzbewohner, sollte sich sonst dieser Probleme annehmen und versuchen, mit gesundem Menschenverstand und dem hierzu notwendigen Pragmatismus Lösungen für die Probleme des (Grenz-) alltags zu finden.