Nachbarschaftshilfevertrag

Sie funktioniert schon seit Jahren:...die Zusammenarbeit der Feuerwehren zwischen Herzogenrath und Kerkrade (heute: Feuerwehr Parkstad Limburg).

Das Problem der unterschiedlichen länderspezifischen Schlauchsysteme wurde durch die Entwicklung einer kompatiblen Schlauchkupplung hervorragend gelöst. Diese Schlauchkupplung dokumentierte bereits im ‚Haus der Geschichte’ in Bonn wie auch im ‚Rijksmuseum’ in Amsterdam die hervorragende deutsch-niederländische Zusammenarbeit in Eurode. Heute ist jedes Einsatzfahrzeug mit einer solchen Schlauchkupplung bestückt.

Über die Nutzbarkeit der unterschiedlichen Wasserschläuche hinaus sind weitergehende Vereinbarungen getroffen worden. Hierbei handelt es sich im einzelnen um:

  • den grenzüberschreitenden Versicherungsschutz der Wehrleute;
  • die Anerkennung der unterschiedlichen Signalhörner durch entsprechende rechtliche Regelungen;
  • den grenzüberschreitenden Funkverkehr;
  • grenzüberschreitende gemeinsame Übungen sowie
  • die Förderung der Sprachkompetenz der Feuerwehrangehörigen.
Die Zusammenarbeit der Feuerwehren
Die Zusammenarbeit der Feuerwehren

Auch im Rettungswesen wurden im Rahmen eines Pilotprojektes grenzüberschreitende Einsätze gefahren, wobei, insbesondere bei lebensbedrohlichen Situationen, stets der Leitspruch galt: Wer zuerst am Notfallort sein kann, der fährt. Wie ein Blick auf eine Gebietskarte unschwer erahnen lässt, ist das im Bereich einiger Kerkrader Stadtteile zweifelsohne der in Herzogenrath stationierte Rettungswagen, da der nächstgelegene niederländische Rettungswagen aus Heerlen kommen muss. Die gemachten Erfahrungen waren so positiv, dass auch nach Ende des Pilotprojektes die grenzüberschreitenden Einsätze fortgeführt werden, und dies im Grunde ohne gültige Vertragsvereinbarung. Ein weiteres gutes Beispiel dafür, dass grenzüberschreitende Aktivitäten zum Wohle der im Grenzland ansässigen Bevölkerung häufig von den Akteuren ‚vor Ort’ „de facto“ umgesetzt werden, ohne lange darüber nachzudenken, ob dies „de jure“ auch alles seine Richtigkeit hat.

Auch die grenzüberschreitende Zusammenarbeit der Polizei-, Zoll-, Bundespolizei- und lokalen Ordnungsbehörden hat in den vergangenen Jahren erheblich an Umfang zugenommen, womit insbesondere dem in dieser Region weitverbreiteten Phänomen des Drogentourismus sehr erfolgreich begegnet wird.